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Montag, 5. November 2012

Bedeutet künstlerisches bzw. kreatives Schaffen Flucht aus der Realität? Oder ist es Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit?

Diese Frage stellt Jürgen Küster in dieser Woche auf seinem Blog. Keine einfachen Fragen, die ich für mich so beantworten kann:
Ich glaube nicht, dass man sich durch künstlerisches Schaffen der Realität entziehen kann. Kunst hat für mich etwas Ausgleichendes, ermöglicht Besinnung, erfordert aber auch höchste Konzentration und ist daher auch anstrengend. Durch konzentriertes Arbeiten blendet man häufig seine Umgebung aus. Das hat für mich weniger mit der Kunst als mit der Konzentration zu tun. Wer schon einmal Kinder beim Spielen beobachtet hat, weiß wie perfekt Kinder ihre Umgebung ausblenden können, um sich voll und ganz dem Spiel zu widmen. Deswegen würde ich die erste Frage -zumindest für mich- mit Nein beantworten.
Ist es die Aufarbeitung der uns umgebenden Wirklichkeit? Hier habe ich Schwierigkeiten mit dem Begriff der Aufarbeitung. Ich nehme wahr, suche aus, setze um und gebe wieder. Wenn ich Aufarbeitung so verstehe, dann trifft es zu. Kunst sollte Teil der gesellschaftlichen Prozesse sein. Sie ist für mich aber überwiegend unpolitisch. Ich habe auch nicht den Anspruch, mit Kunst politisch wirken zu wollen. Da gibt es effizientere Wege.

Oliver Kohls, An der Mole,
Pastell auf Sandpapier, ca. 30x30cm, 2011


Dienstag, 30. Oktober 2012

“Darf das Geschlecht der Künstler in der Rezeption und Beurteilung der Kunst eine Rolle spielen?”

Diese Frage stellt Ute Schätzmüller in ihrem Blog. Eine interessante Frage und eine interessante Diskussion. Aus meiner Sicht kann man sie nur mit einem kategorischen Nein beantworten. Es sei denn die Künstlerin oder der Künstler beschäftigt sich mit dem Thema Gender. Dann kann es inhaltlich eine Rolle spielen.
Allerdings ist auch die "Kunstwelt" nicht gerechter oder vorurteilsfreier als andere Welten. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft und damit auch in der Kunst in den nächsten Jahren positiv verändern wird. Bei den Schulabsolventen haben Frauen durchschnittlich die besseren Abschlüsse und weisen auch die besseren Ausbildungen oder Studienabschlüsse vor. Wenn sich jetzt noch das Familienleben einfacher und besser mit dem Beruf verbinden ließe und die Tendenz sich verstärkt, dass immer mehr Männer hier Verantwortung übernehmen, dann stellt sich die Frage zukünftig hoffentlich nicht mehr.